Wohnen an ungewöhnlichen Orten – Umnutzung von Nichtwohngebäuden

Wohnen an ungewöhnlichen Orten – Umnutzung von Nichtwohngebäuden

"Zeige mir, wie Du wohnst, und ich sage Dir, wer Du bist.“ Die Wohnung eines Menschen ist Ausdruck und Spiegel seiner Persönlichkeit. 

Innovative, urbane und originelle Wohnungen, die Architekten gemeinsam mit ihren Bauherren in frühere Nicht-Wohngebäude eingezogen haben, wurden am 9. April in Düsseldorf durch die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen und das Bauministerium des Landes ausgezeichnet.

Die zwölf ausgezeichneten Objekte:



Ob Bürogebäude oder Bunker, Getreidesilo oder Supermarkt, Eisenbahnamt oder Fabrikgebäude: „Es gibt in Nordrhein-Westfalen eine Vielzahl von Gebäuden, die nicht mehr für ihren ursprünglichen Errichtungszweck gebraucht werden, die aber durch mutige Bauherrenschaft und intelligente Architektur zu Wohnraum umgenutzt werden können“, betonte der Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, Hartmut Miksch, anlässlich der Preisverleihung. In unserer Gesellschaft, die sich in immer mehr soziale Gruppen und Milieus ausdifferenziert, steigt die Zahl der Menschen, die sich für ungewöhnliche Wohnorte interessieren und begeistern. Nicht nur die Einrichtung und die Innenausstattung, sondern auch der Baukörper und die Lage eines Hauses sowie seine Historie werden als Ausdruck von Individualität verstanden und gezielt gesucht.

Die Umnutzung bewirkt vielfach eine Revitalisierung von Quartieren

„Hier finden zwei Trends zusammen, die sich positiv ergänzen: Die immobilienökonomische Notwendigkeit, nicht mehr benötigte Gebäude sinnvoll und Wert erhaltend zu nutzen, und der Wunsch von Mietern und Käufern, individuelle und attraktive Wohnorte zu finden“, hebt Kammerpräsident Hartmut Miksch hervor. Die Umnutzung von brachgefallenen Gebäuden zu Wohnzwecken bewirke vielfach eine Reparatur und Revitalisierung vernachlässigter Stadtquartiere, sende belebende Impulse in den Wohnungsmarkt und sei insgesamt eine Bereicherung für die Baukultur in unserem Land.

Auch NRW-Bauminister Oliver Wittke unterstrich die Bedeutung der Revitalisierung nicht mehr benötigter Gebäude durch das Wohnen: „Auf Grund ihres Stadtbild prägenden Charakters eignen sich alte Industrie- und Verwaltungsbauten oft für eine Weiterentwicklung unserer Wohnquartiere und Städte, die historische Ankerpunkte für ihre Identitätsbildung und Profilierung brauchen.“

Eine unabhängige Jury wählte die zwölf Arbeiten aus

Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen hatte das Auszeichnungsverfahren in Kooperation mit dem Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes NRW im Herbst 2007 im Rahmen der Aktionsplattform „NRW wohnt“ ausgelobt. Eine unabhängige Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Udo Mainzer, Landeskonservator des Rheinlands, wählte unter den 41 Einreichungen zwölf Arbeiten aus, die in besonderer Weise virulente Probleme und Aufgabenstellungen der städtebaulichen Entwicklung in Nordrhein-Westfalen aufgreifen und überzeugende, beispielhafte Lösungen gefunden haben. „Die eingereichten Arbeiten wiesen durchweg eine hohe Qualität auf“, berichtet Prof. Dr. Udo Mainzer aus der Beratung der Jury. „Die Jury war beeindruckt von der Originalität vieler Projekte und von der sorgfältigen und detailgenauen Umsetzung.“