Wohnen im ehemaligen Supermarkt

Das Projekt befindet sich in Düsseldorf-Garath. Die immense Bautiefe von 23,5 Metern ließ sich kaum mit Tageslicht belichten. Die Lösung bietet ein Atrium, in Anlehnung an das alt-römische Wohnhaus. Die vorhandene 30 Zentimeter dicke Betondecke wurde aufgesägt. Nach oben offene Mittelräume von etwa zwölf Quadratmetern bringen Licht in die 3,30 Meter hohen Wohnräume.

Entstanden sind acht neue Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen, die über vorhandene Treppenhäuser erschlossen werden. Die Supermarktdecke wurde begrünt, und so entstanden Gärten für die angrenzenden Wohnungen. Die befestigten Anlieferungs- und Parkflächen wurden den Erdgeschosswohnungen als begrünte Gartenhöfe zugewiesen.

Gesamtansicht der umgenutzten Widra-Waagenfabrik

Stadt:

Düsseldorf

Kategorie:

Mehrfamilienhaus

Entwurfs-
verfasser:

Architektur + Landschaft, Düsseldorf
Dipl.-Ing. Architekt Fracisco Molina
Dipl.-Ing. Landschaftsarchitektin Veronika Vogelsang

Bauherren:

Dipl.-Ing. Architekt Albert Sevinc, Düsseldorf

Fertigstellung:

2007

 

Begründung der Jury

„Die Umnutzung eines aufgegebenen Supermarktes im Erdgeschoss eines Wohngebäudes zu ergänzenden Wohnzwecken in einem Wohnquartier in Düsseldorf-Garath löst in beispielhafter Weise eine Bauaufgabe, die angesichts der Einzelhandelskonzentration zukünftig eine große Rolle spielen wird. Der Umbau löst das Problem der für einen Supermarkt typischen, für eine Wohnnutzung aber kritischen Gebäudetiefe von 23,5 Metern durch den Einbau von Atrien in Anlehnung an das alt-römische Wohnhaus zur optimalen Belichtung der neuen Wohnungen. Von der Begrünung des Flachdaches profitieren auch die bestehenden Wohnungen in den Obergeschossen. Es entstehen acht Wohnungen mit attraktiven und funktionalen Wohngrundrissen als Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen. Sie sind von hoher gestalterischer Qualität mit Freiflächen, die durch die Umnutzung der ehemaligen Parkplätze gewonnen werden. So wird aus einem "banalen" Supermarktgrundriss im Erdgeschoss zusätzlicher Wohnraum, der die Wohnfunktion und die Attraktivität des Gesamtgebäudes stärkt. Angaben zum energetischen Zustand, zur Barrierefreiheit und zu den Kosten des Umbaus wurden nicht gemacht.“