Integriertes Wohnen im ehemaligen Kaufhaus Breuer

Das Kaufhaus Breuer wurde 1946 bis 1951 als Stahlskelettbau in der Eschweiler Innenstadt erbaut. Im Erdgeschoss sind weiterhin Einzelhandelsflächen vorhanden. Das vollverglaste erste Obergeschoss ist als Funktionsraum unterschiedlich nutzbar, zum Beispiel als Bürofläche oder öffentlicher Raum.

Das zweite und dritte Obergeschoss beinhaltet acht barrierefreie Wohnungen. Jede Wohnung besitzt einen privaten Innenhof, über den sie erschlossen ist. Eine weitere neue Erschließung führt von der doppelgeschossigen Halle im Erdgeschoss zur Gemeinschaftsterrasse auf dem Dach. Es bestand kein Denkmalschutz, dennoch hat sich der Architekt für den Erhalt der Fassade entschieden. Geplant wurde eine Solaranlage für Warmwasser und Heizung. Das Gebäude wurde insbesondere im Hinblick auf die Bedürfnisse von Senioren und Rollstuhlfahrern konzipiert.

Innenansicht: Treppenaufgang (Sichtbeton) mit Lichtleiste am Geländer.

Stadt:

Eschweiler

Kategorie:

Gemischte Nutzung

Entwurfs-
verfasser:

BeL Sozietät für Architektur, Köln
Dipl.-Ing. Architektin Anna-Julchen Bernhardt u.
Dipl.-Ing. Architekt Jörg Leeser

Bauherren:

Anna Maria Breuer u. Andrea Breuer, Köln

Fertigstellung:

2006

 

Begründung der Jury

„Diese Arbeit ist beispielgebend für eine Bauaufgabe, die in Zukunft für kleinere Zentren von großer Bedeutung sein wird: die Umnutzung von Kaufhäusern. Bei Erhalt des Einzelhandels im Erdgeschoss gelingt es unter schwierigen Bedingungen, die drei Obergeschosse zu erschließen und durch eingeschnittene Atrien gute Wohnqualitäten zu schaffen. Die neue Gestaltqualität erreicht dabei das hohe Niveau des Gebäudes aus der unmittelbaren Nachkriegszeit. Die besondere Eignung des Projekts für das Leben älterer Menschen in der Stadt wird im Nutzungskonzept geschickt mit den Bedürfnissen junger Familien, zum Beispiel nach Kindesbetreuung, verbunden. So leistet diese Arbeit einen Beitrag zur Erneuerung der Stadt von innen heraus. Die Arbeit ist damit im besten Sinne nachhaltig.“