Grube Carl - Wohnen im ehemaligen Trocken- und Pressenhaus

Die Grube Carl ist eine ehemalige Brikettfabrik, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Frechen errichtet wurde. Heute steht das Trocken- und Pressenhaus in der 1995 stillgelegten Anlage unter Denkmalschutz. Das Gebäude ist ein Teil der ehemaligen Industrieanlage und wurde zu 71 Wohnungen und sieben Gewerbeeinheiten umgebaut. Das langgestreckte Gebäude ist in fünf Häuser segmentiert. Die Wohneinheiten werden über fünf Treppenhäuser erschlossen.

Die Wohnungen sind im Maisonettestil teilweise dreigeschossig errichtet. Die Dachlandschaft wurde innerhalb der ehemaligen Konturen wieder hergestellt. Prägendes Element sind die Kühlhauben, die jetzt den Wohnungen als Oberlicht und Zugang zu den großzügigen Dachterrassen im siebten Obergeschoss dienen. In Erinnerung an die ehemalige Nutzung als Brikettfabrik soll zukünftig eine Denkmalachse angelegt werden, die quer durch das Trocken- und Pressenhaus hindurchführt. Sie verknüpft an städtebaulich richtiger Stelle den nördlichen und südlichen Teil des Areals. Im Bereich der Denkmalachse bleiben alte Maschinen und Anlagen erhalten, hier soll die Industriekultur unverändert erlebbar gemacht werden.

Ansicht Dach Grube Carl: Die ehemaligen Kühlhauben, die jetzt als Zugang zu den Dachterrassen dienen. - Foto: Christa Lachenmeier
Fotos: Christa Lachenmaier

Stadt:

Frechen

Kategorie:

Gemischte Nutzung

Entwurfs-
verfasser:

ASTOC
Dipl.-Ing. Architekt Peter Berner

Bauherren:

Treukontor AG Revisions- und Treuhandgesellschaft, Köln

Fertigstellung:

2007

 

Begründung der Jury

„Unter weitgehender Belassung der äußeren und inneren Gebäudestruktur sowie der für die Silhouette wirksamen Aufbringung neuer Kühlhauben blieb die historische Anmutung der ehemaligen Brikettfabrik erhalten. Lediglich die vorgesetzten Balkone treten als Attribute an zeitgenössische Nutzungsansprüche besonders in Erscheinung. Die Wohnungszuschnitte orientieren sich an den Vorgaben des Bestandes, ohne an funktionaler Qualität einzubüßen. Anspruchsvoll erscheinen die Maisonettewohnungen. Während zu den energetischen Parametern keine Aussagen gemacht werden, ist die Barrierefreiheit bis in die unteren Geschosse der Maisonettewohnungen umfassend gewährleistet. Als Teil eines größeren, weiteren neuen Nutzungen gewidmeten ehemaligen Industriekomplexes im Weichbild der Stadt Köln ist die Maßnahme prägend für ein durch weitere Neubauten ergänztes Umfeld.“