Penthouse auf dem Hochbunker

Das Baugrundstück der besonderen Art liegt 13,95 Meter über der Erde. Im westfälischen Hamm wurde ein Penthouse auf einem alten Luftschutzbunker gebaut. Der Bunker selbst bleibt als zeitgeschichtliches Dokument äußerlich völlig unverändert und somit als städtebaulicher Solitär erhalten. Das Penthouse scheint über dem klotzigen Unterbau zu schweben, denn zwischen dem Neubau und der Bunkeroberfläche gibt es einen etwa einen Meter breiten Zwischenraum, der bei Nacht beleuchtet wird.

Innerhalb dieser beleuchteten Fuge werden außerdem die gesamten Versorgungseinrichtungen untergebracht. Im Haus gibt es Glasböden, durch die man in den Bunker hinein sehen kann. Eine der Bunkerseiten soll ein Wasserfall zieren. Die Heizungsversorgung erfolgt über einen Pelletbrenner mit Speicher, Warmwasser wird über eine Solaranlage auf der Dachebene des Penthouses ergänzt. Eine Zisterne im dritten Bunkerobergeschoss mit 500 Liter Fassungsvermögen wird verwendet, um die Brauchwasserversorgung regenerativ zu unterstützen. Darüber hinaus wird das gesammelte Regenwasser für den Wasserfall genutzt. Im Sommer dient die kühlere Luft aus den unteren Bunkergeschossen zur Kühlung und Lüftung und erspart somit eine teure Lüftungsanlage.

Gesamtansicht Penthouse auf dem Bunkersockel mit über den Rand austragenden Bauteilen (Balkon)

Stadt:

Hamm

Kategorie:

Einfamilienhaus

Entwurfs-
verfasser:

Architekturbüro archivolver
Dipl.-Ing. Architekt Mick Amort

Bauherren:

Annamaria Schultz u. Franz-Ludwig Henning, Hamm

Fertigstellung:

2007

 

Begründung der Jury

„Spektakulärer ist ein Einfamilienhaus wohl kaum zu platzieren. Aus der Not, einen innerstädtischen Bunker zu vertretbaren Kosten nicht abbrechen oder umnutzen zu können, wurde die Tugend einer mutigen Ergänzung gemacht. Durch vorgefertigte Materialien und durch den Verzicht auf eine barrierefreie Erschließung konnten die Baukosten in einem tragbaren Rahmen gehalten werden. Die Qualität des
weitgehend offenen Wohnens korrespondiert mit einer spektakulären Aussicht und einer Architektur, die gekennzeichnet ist von über den Bunkerrand austragenden Bauteilen. Die Arbeit ist zwar keine beispielgebende, aber eine exotische und als solche ein gelungener Beitrag zum Wettbewerb.“