Wohnen im Hochbunker

Ein fensterloser Hochbunker aus dem Jahre 1942 im zentrumsnahen Kölner Stadtteil Nippes wurde zu Wohnungen umgestaltet. 5.000 Tonnen Stahlbeton wurden aus dem massiven Bunker herausgeschnitten und gesprengt. Die Herkunft des Gebäudes sollte durchaus bewusst gemacht werden.

Ergänzt um ein hölzernes Penthouse und überkreuzt von einem Neubau, der das Areal zur Straße hin schließt, entstand ein städtisch geschütztes Ensemble von 17 Lofts und Stadthäusern. Der 14 Meter tiefe Baukörper wird über glasgedeckte Atrien belichtet. Mit der Umwandlung eines Stücks Stadtbrache wird gezeigt, wie ein trister Hochbunker auf vernünftige Weise für innovative Raumkonzepte genutzt werden kann. Die Vorteile des Reihenhauses werden mit denen des verdichteten, städtischen Bauens verknüpft. Es wurde Brennwerttechnik eingesetzt.

Ansicht auf das ehemalige Speichergebäude von der gegenüberliegenden Rheinseite aus.

Stadt:

Köln

Kategorie:

Mehrfamilienhaus

Entwurfs-
verfasser:

Luczak Architekten, Köln
Dipl.-Ing. Architekt Thomas Luczak

Bauherren:

Hohr Immobilien GmbH, Köln

Fertigstellung:

2004

 

Begründung der Jury

„„Hinter einem offensichtlich neuen Wohnblock in Köln-Nippes ist ein Hinterhof durch sieben Stadtwohnungen angenehm bewohnbar gemacht worden. Sie erzeugen mit ihren zentralen, überhöhten Räumen einen atmosphärisch angenehmen Wohnraum. Im zweiten Blick spürt man die ungewöhnlich dicken Fassadenmauern. Diese sind Teil des ehemaligen Bunkers, der Anlass der Revitalisierung dieses Wohngebietes war. Die Herkunft verschwindet zwar vollkommen, und die Vergangenheit ist nur in der Schnittstelle des Baumaterials sichtbar. Diese radikale Entkernung mit ihren pragmatischen, modernistischen Ergänzungen macht dieses Projekt zu einem originellen Umstrukturierungsbeispiel. Die verdichtete Wohnform ist geeignet für eine Kombination aus Wohnen und  Arbeiten.“