Wohnen im Wandel – Neue Wohnmodelle für die Stadt

Wohnen im Wandel – Neue Wohnmodelle für die Stadt

„Zwei oder drei Zimmer, Küche, Bad - die meisten unserer Wohnungen sind heute immer noch so zugeschnitten, als würden wir uns in den 1950er Jahren befinden.“öäü

Prof. Volker Eichener, Sozialforscher vom InWis-Institut in Bochum, spitzte das Thema „Neue Wohnformen für die Stadt“ in seinem Impulsvortrag provokativ zu. Architekten und Wohnungswirtschaft würden noch immer viel zu langsam auf geänderte gesellschaftliche und individuelle Ansprüche an ein modernes, flexibles Wohnen in der Stadt reagieren.

Für Diskussionsstoff war also gesorgt in der ersten dezentralen Veranstaltung, zu der die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen am 23. Januar im Rahmen der Aktionsplattform „NRW wohnt“ nach Münster eingeladen hatte. Rund 300 Architekten und Bürger beteiligten sich an der lebhaften Debatte über die Frage, wie wir heute und zukünftig wohnen und leben wollen. Basis der Diskussion waren vier Objektbeispiele, die durch Architekten, Investoren und Nutzer vorgestellt wurden.


Hartmut Miksch, Präsident der Architektenkammer NRW. - Fotos (2): J.-M. Tronquet

Wohnbedürfnisse haben sich heterogen entwickelt

Die Wohnbedürfnisse der Bevölkerung hätten sich in den vergangenen Jahren äußerst heterogen entwickelt, stellte der Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, Hartmut Miksch, in seiner Begrüßungsansprache fest. „Wir Architekten und Stadtplaner müssen Antworten finden für die Bedürfnisse einer Gesellschaft, die sich kontinuierlich ausdifferenziert in immer speziellere, kleinere Milieus, die jeweils ganz eigene Vorstellungen davon haben, wie man heute leben und wohnen möchte.“

Mit der Aktionsplattform „NRW wohnt“ verfolge die AKNW das Ziel, an verschiedenen Orten im Land einzelne Facetten dieses Globalthemas zu beleuchten und dabei Architekten, Investoren, Wohnungswirtschaft und Nutzer miteinander ins Gespräch zu bringen.


Nutzer berichteten vom neuen Wohnen, hier Georg Albrecht Heine (l.), der in der umgenutzten Germania-Brauerei in Münster lebt.

Der Auftakt zu einer Reihe von zunächst sechs dezentralen Veranstaltungen in Münster traf auf reges Interesse der angesprochenen Zielgruppen. Anhand vieler Objektfotos wurden vier ganz unterschiedliche Beispiele für ein zeitgemäßes Wohnen in der Stadt besprochen. Im Mittelpunkt standen dabei Projekte, die auf ein gemeinschaftsorientiertes Wohnen abzielen: Ältere Bürgerinnen und Bürger, die - obgleich in individuellen Wohnungen lebend - in einer vitalen Nachbarschaft gemeinsam alt werden wollen; junge Menschen, die im urbanen Kontext private und kommunikative Räume miteinander verbunden wissen wollen; Senioren, die sich auch in Alter und Krankheit ein möglichst selbstbestimmtes und unabhängiges Leben bewahren möchten.

Nachfrage nach bestimmten Segementen ist größer als das Angebot

Auch in einer Stadt wie Münster, die anerkanntermaßen eine hohe Lebens- und Wohnqualität bietet, gebe es hinsichtlich der demografischen Entwicklung noch einen großen Bedarf an bestimmten Wohnangeboten, räumte Stadtdirektor und Baudezernent Hartwig Schultheiß ein: „Die Nachfrage in bestimmten Segmenten ist größer als das Angebot.“ Die Diskussionen im Rahmen von „NRW wohnt“ trügen dazu bei, ein kritisches Bewusstsein zu schaffen und konkrete Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

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Objekt-Beispiele:

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