Umbau eines denkmalgeschützten Bürogebäudes zum Wohnhaus

Das denkmalgeschützte Bürogebäude wurde im Jahr 1953 erbaut und befindet sich in unmittelbarer Nähe des Stadtkerns Münster. Entstanden sind acht Eigentumswohnungen mit 66 bis 125 Quadratmetern Wohnfläche. Zielsetzung der Umbaumaßnahme war es, in enger Absprache mit dem Denkmalamt die Qualitäten zeitgemäßen, innerstädtischen Wohnens zu realisieren, ohne die herausragenden
Elemente der bestehenden Architektur zu verwässern.

Um eine scheinbar stützenfreie Gestaltung zu bewirken, wurde dem bestehenden Stahlbetonskelett ein Stahlrahmen vorgesetzt, an dem die Balkonplatten befestigt sind. Die Geländerfüllungen bestehen aus grünem Bundglas mit einer weißen Sicherheitsfolie. Dies ist in Anlehnung an die Brüstungsbekleidung aus Anröchterdolomit entstanden und verbindet eine transparente Gestaltung mit gleichzeitiger Blickdichte.

Blick nach oben im runden Treppenhaus

Stadt:

Münster

Kategorie:

Mehrfamilienhaus

Entwurfs-
verfasser:

Dipl.-Ing. Architekt
Christoph Wiesmann, Laer

Bauherren:

Eigentümergemeinschaft vertreten durch Heidi Sievert, Münster

Fertigstellung:

2006

 

Begründung der Jury

„Die Rettung von herausragenden Gebäuden der 50er Jahre wird zu einem zunehmend wichtigen innerstädtischen Thema. Dasselbe gilt für die Umnutzung von Büros zu Wohnungen. Mit dem Umbau des Verwaltungsgebäudes in Münster ist eine überzeugende Lösung für beide Aufgaben gelungen. Die Authentizität der Nachkriegsarchitektur und ihre filigranen Gestaltungselemente blieben gewahrt, ohne dass Einschränkungen der neu integrierten Wohnnutzung erkennbar sind. Hervorzuheben ist die harmonische Einbindung der vorgehängten Stahlbalkone, die die architektonische Aussage des Originalbaus eher betonen als verfälschen. Auch wenn Angaben zum energetischen Konzept fehlen und zum Beispiel keine Barrierefreiheit als Beitrag zum altersgerechten Wohnen sichergestellt werden konnte, bildet der Umbau einen Beitrag zu zukunftsträchtigen Gestaltungsaufgaben, wie sie das verdichtete, innerstädtische Wohnen, die Aufwertung von Stadtquartieren, das Wohnen an Hauptverkehrsstraßen und die Bewahrung der Identität von Nachkriegsquartieren an die Architekten stellen.“