Gemeinsam wohnen und leben – Integration im Stadtteil

Gemeinsam wohnen und leben – Integration im Stadtteil

Schülerinnen und Schüler von 14 bis 18 Jahren ließ die Architektenkammer NRW im November auf der Zeche Zollverein in Essen bei ihrer Veranstaltung „Gemeinsam wohnen und leben - Integration im Stadtteil“ zu Wort kommen.

Sie fand im Rahmen der Aktionsplattform für Wohnen und Leben, „NRW wohnt“, statt, mit der die AKNW seit Ende 2007 auslotet, vor welchen Herausforderungen Architekten, Stadtplaner, Wohnungspolitik und Wohnungswirtschaft angesichts der strukturellen Veränderungen der Gesellschaft stehen.

"Wir sind nicht Deutsche, Türken oder Libanesen - wir sind Schüler!", sagt Jason aus Gelsenkirchen. "Schlecht reden nur die über Marxloh, die noch nie da waren", meint Sarah aus Duisburg. "Besser wär, wenn es mehr Orte geben würde, wo man sich treffen kann", findet Mandy aus Bottrop. Schülerinnen und Schüler von 14 bis 18 Jahren ließ die Architektenkammer NRW im November auf der Zeche Zollverein in Essen bei ihrer Veranstaltung "Gemeinsam wohnen und leben - Integration im Stadtteil" zu Wort kommen. Sie fand im Rahmen der Aktionsplattform für Wohnen und Leben, "NRW wohnt", statt, mit der die AKNW seit Ende 2007 auslotet, vor welchen Herausforderungen Architekten, Stadtplaner, Wohnungspolitik und Wohnungswirtschaft angesichts der strukturellen Veränderungen der Gesellschaft stehen.

 
Moderatorin Daniela Milutin (WDR) sprach mit den Schülerinnen und Schülern – Fotos: T. Saltmann

Zukunftsfähige Wohnformen, das Wohnen an ungewöhnlichen Orten und das Leben im Schatten der Ballungsräume wurden bereits beleuchtet. Jetzt ging es um den Aspekt "Integration". Der Fokus lag dabei auf den multikulturell geprägten Städten des Ruhrgebiets. Wie nehmen die Bewohner ihre bunten und bunter werdenden Quartiere war? Gibt es spezielle Wohnbedürfnisse?

Schüler zeigten ihre Quartiere in Form von Videos

Zur Klärung dieser Fragen hatte die Architektenkammer Schüler gebeten, in Video-Filmen zu zeigen, wie sie die bauliche Situation in ihren Stadtteilen wahrnehmen. "Es geht bewusst nicht darum, dass Fachleute ihre Erkenntnisse untereinander austauschen", sagte AKNW-Präsident Hartmut Miksch. Die Jugendlichen sollten Architekten und Stadtplanern vielmehr auf ihre Art den Blick dafür schärfen, wie die gebaute Umwelt auf sie wirkt. Und so zeigten die Schüler ihre Wohnhäuser und machten die Nähe zu Freunden und Verwandten als einen bestechenden Vorteil des Zusammenlebens im Stadtquartier aus. Sie legten aber auch ein gutes Gespür für gelungene und überholte Ergebnisse von Stadt- und Quartiersplanung an den Tag.

 
Ulla Ohlms (NRW-Schulminsiterium), AKNW-Präsident Hartmut Miksch und Prof. Klaus Werkmer (Büro für Stadtentwicklung, Essen) stellten sich der Diskussion vor über 200 Gästen.

"Städte und Gemeinden müssen Vorreiter für ein friedliches Miteinander sein", sagte der erste Bürgermeister der Stadt Essen, Norbert Kleine-Möllhoff. Dem Erscheinungsbild von Stadt komme dabei eine besondere Rolle zu. Ulla Ohlms vom Schulministerium NRW war es wichtig, mit Vorurteilen aufzuräumen. Sie hob auf den Stellenwert von Schule im Rahmen der Integrationsarbeit ab. "Sie ist oft der einzige Ort, an dem der ständige Kontakt zur deutschen Kultur erhalten bleibt."

Zahlreiche noch zu bearbeitende Problemfelder skizzierte Prof. Klaus Wermker vom Büro für Stadtentwicklung in Essen. "Wir müssen dafür sorgen, dass multikulturelle Stadtteile in die Lage versetzt werden, die Integrationsleistung besser zu erbringen", forderte er und belegte deutliche Missverhältnisse mit Zahlen: In multikulturellen Quartieren schaffen nur elf Prozent der Schüler den Übergang zum Gymnasium, während das anderswo über 80 Prozent gelingt. "Hinzu kommt, dass die Menschen in ärmlicheren Verhältnissen leben." Während im Schnitt jeder Deutsche über gut 40 Quadratmeter Wohnfläche verfügt, stehen im multikulturellen Stadtquartier nur rund 25 Quadratmeter pro Kopf zur Verfügung. Dabei seien die Wohnbedürfnisse dieselben. "Sie unterscheiden sich nur nach Lebensphase, Familienstand und Milieu."


Großes Interesse am Thema "Integration im Stadtteil": Unter das Publikum mischten sich zahlreiche Schülerinnen und Schüler, die die Videofilme ihrer Mitschüler sehen wollten

An dieser Stelle könne Architektur und Stadtplanung ansetzen, sagte AKNW-Präsident Miksch. "Wir müssen die Notwendigkeiten kommunizieren, um Voraussetzungen anzugleichen." Nur unter positiven städtebaulichen Vorzeichen könne die Integration verschiedener Bevölkerungsgruppen gelingen.

Die Filme

Janusz-Korczak-Gesamtschule, Bottrop:

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Herbert-Grillo-Gesamtschule, Duisburg

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterWie wir wohnen und leben


Ev. Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterGemeinsam statt nebeneinander